Für die jährliche vom DOSB und dem DSGV initiierten Wahl zum „Eliteschüler des Jahres“ wurde in diesem Jahr an der Eliteschule des Sports in Hamburg zum ersten Mal eine Vorauswahl getroffen und aus jeder Stufe der Jahrgänge 5 – 13 je eine Sportlerin bzw. ein Sportler für die schulinterne Wahl der Gesamtschule Alter Teichweg nominiert.
Die Wahl des „Eliteschüler des Jahres“ aus Hamburg wird dann das Regionalteam in seiner nächsten Sitzung aus dem Kreis der Nominierten vornehmen. Der Hamburger „Eliteschüler des Jahres“ stellt sich dann der bundesweiten Wahl und tritt gegen 39 Kontrahenten der anderen Eliteschulen des Sports an.
Diese werden nicht nur für ihre sportlichen Erfolge, sondern insbesondere auch für ihre schulischen Leistungen sowie ihre soziale Kompetenz geehrt. Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Ole von Beust ließ es sich nicht nehmen, am 01. Juli 2010 die Ehrungen selbst zu übernehmen. Vorher jedoch wollte er die neun Nachwuchsathleten in einer Gesprächsrunde näher kennen lernen und mehr über das Verbundsystem Schule/Leistungssport erfahren. In der halbstündigen Unterhaltung zeigte sich der Erste Bürgermeister sehr interessiert und harkte bei jedem Einzelnen nach:
Von der neunzehnjährigen Basketballerin Pia Mankertz, die gerade das Abitur mit einem Einserschnitt absolviert hat wollte der Erste Bürgermeister wissen, warum sie an die Eliteschule des Sports gewechselt ist. „Ich bin erst seit zwei Jahren an dieser Schule. Die Umstellung ist mir nicht leicht gefallen. Aber es ist hier viel einfacher viermal Morgen- und viermal Abendtraining mit der Schule unter einen Hut zu bekommen. Ich kann nur jedem zu diesem Schritt raten. Im kommenden Jahr möchte ich für vier Jahre an ein amerikanisches College wechseln“.
Ob ihr der Umzug von Bayern nach Hamburg schwer gefallen sei, wollte Ole von Beust dann von Isabel Herttrich wissen, die in diesem Jahr mit dem Gewinn der ersten Bronzemedaille für den Deutschen Badmintonverband bei Jugendweltmeisterschaften einen historischen Erfolg feiern konnte. „Zu Anfang sicherlich, aber für die Eltern ist es wahrscheinlich schlimmer“, sagte die 18-jährige Schülerin, die seit 2009 im Sportinternat Hamburg wohnt. „Ich würde den Schritt nach Hamburg zu gehen immer wieder machen.“
Wie ein Profi erklärte der 12-jährige Jan Colin Völker aus dem Jahrgang 6 dem unwissenden Bürgermeister den Unterschied zwischen Federball und Badminton: „Beim Federball spielt man mit einem Plastikball und spielt miteinander, versucht den Ball im Spiel zu halten. Beim Badminton spielt man gegeneinander um Punkte. Der Ball ist ein echter Federball.“ Auf die Frage, wie er denn zum Badminton gekommen sei, antwortete er dann trocken: „Ich habe da mal ein Set von Aldi geschenkt bekommen.“
Ob er mit seinen Erfolgen auch bereits Geld verdienen würde, wollte Ole von Beust von dem 17-jährigen Judoka Hermann Schener (Jahrgang 11, 3. Platz U17 EM und Deutscher Vizemeister 2009) wissen. „Als ich damals mit dem Sport angefangen habe, hat mir keiner gesagt, dass das eine schlecht bezahlte Sportart ist“, schmunzelte er. „Selbst die Profis erhalten lediglich kleine Aufwandsentschädigungen.“
Genau an dieser Stelle greift das Verbundsystem Schule/Leistungssport ein und unterstützt die Sportlerinnen und Sportler in ihrem Werdegang. „An der Eliteschule des Sports werden den Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Rahmenbedingungen geboten, um Schule und Sport für eine optimale (Leistungs-) Förderung zu vereinen“, erläuterte Ingrid Unkelbach, Leiterin des OSP Hamburg/Schleswig-Holstein die Bedeutung dieses in Hamburg einzigartigen Systems. „Mir gefällt das Konzept sehr gut. Man muss sich aber vorher darüber im Klaren sein, dass man Abstriche bei Freunden und Freizeit machen muss. Die Entscheidung muss jeder sehr bewusst treffen“, ergänzte Hermann Schener.
Das Vorbild von Siebtklässer und Fußballer Terje Scheffel ist der spanische Nationalspieler Cesc Fabregas. Er bevorzugt den FC St. Pauli und spielt im Mittelfeld. Der Vorteil für die Fußballspieler: An der Gesamtschule Alter Teichweg sind die Fußballtrainer gleichzeitig Lehrer. Daher müssen die Kinder und Jugendlichen nicht so häufig nachmittags trainieren. Eine letzte Frage brannte dem Bürgermeister doch noch unter den Nägeln: „Wer gewinnt am Samstag das Viertefinale zwischen Deutschland und Argentinien?“ Terje tippt auf einen klaren Sieg für Deutschland. Und da waren sich alle einig.
Nach der Gesprächsrunde überreichte der Erste Bürgermeister jeder Sportlerin und jedem Sportler eine Urkunde anlässlich der Nominierung zur Wahl zum Hamburger „Eliteschüler des Jahres“. Dr. Wolfgang Blümel, Geschäftsführer der Haspa Hamburg Stiftung, und Joachim Ewald, Bereichsleiter Privatkunden bei der Haspa und Mitglied des Regionalteams der EdS, nutzen den feierlichen Rahmen, um ihren jährlichen Scheck in Höhe von 3.500,00 Euro an die Schulleiterin Beate Bergemann zu überreichen. „In den letzten drei Jahren ist hier eine tolle Arbeit geleistet worden“, so Ewald.
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